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Biotop und Hege  

Biotopobmann:
Dr. Lutz Plasa
Theodor-Hepp-Str. 3
71570 Oppenweiler
Tel.: 07191-931796


Wolferwartungsland Baden-Württemberg

Seit etwa 10 Jahren leben wieder Wölfe in Deutschland und zwar in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Zur Zeit sind es sieben Rudel, von denen sechs in den letzten Jahren regelmäßig Nachwuchs hatten.

Ein Rudel besteht aus 7-8 Tieren: dem Elternpaar, den diesjährigen Jungtieren und denen vom Vorjahr, die dann mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife das elterliche Territorium verlassen. Auf der Suche nach einem Partner legen die Jungwölfe oft Strecken von mehreren hundert Kilometer zurück.

Um auf das erste Auftauchen eines Wolfes in Baden-Württemberg vorbereitet zu sein, wird an der Forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg ein Wolfsmanagementplan erarbeitet. Dieser wurde auf der Tagung den Wildtierbeauftragten vorgestellt, denn diese werden es sein, die dann der Bevölkerung als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Wölfe sind auf die Jagd von Schalenwild spezialisiert. Dabei stehen vor allem Rehwild mit 50%, Rotwild mit 25% und Schwarzwild mit 17% auf dem Speiseplan. Ein Wolf tötet im Jahr etwa 65 Rehe, 9 Stück Rotwild und 16 Sauen. Ein Rudel benötigt demnach jährlich 400 Rehe, 54 Stück Rotwild und 100 Sauen. Bei einer Reviergröße von 250 km 2 ( 25 000ha) entspricht dies 1,6 Rehen,0,22 Stück Rotwild und 0,4 Sauen pro 100 ha.

In der Lausitz erlegen die Jäger auf gleicher Fläche zehnmal mehr Rot- und Schwarzwild. Rehe werden von beiden zu gleichen Teilen gestreckt., aber die Abschusszahlen sind seit Jahren unverändert.

Das Bundesamt für Naturschutz geht davon aus, dass in der Bundesrepublik Platz für 440(!) Wolfsrudel ist und das wären 3000 Wölfe. In Finnland mit etwa dieser Fläche, aber nur 6 Millionen Einwohnern, leben etwa 300 Stück und deren Zahl wird jagdlich begrenzt.

Dr. Lutz Plasa
(Vortrag bei der Hauptversammlung 2010)

1. Foto: li männl., re weibl.

 

Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)

Der KJV liegt eine Anfrage von einer Studentin aus München vor, die für ihre Doktorarbeit die Verbreitung der Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) untersucht.

Für uns Jäger ist dies insofern interessant, da die Auwaldzecke Bakterien (Babesia canis) überträgt, die bei Hunden schwere Krankheitssymptome hervorrufen. Erste Anzeichen sind Mattigkeit, Fieber, Blut im Urin und blasse Schleimhäute.
Die Auwaldzecke ist größer und kompakter als unser einheimischer Holzbock. Auffallend ist das weiß-marmorierte braune Rückenschild.

Falls Sie eine solche Zecke auf Ihrem Hund oder einem erlegten Reh finden, stecken Sie diese bitte in ein Glasröhrchen und rufen mich an (07193/931796). Ich hole dieses dann ab und schicke das Tier nach München.

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!
Dr. Lutz Plasa

Fachliche Beratung: Tierarzt Dr. A. Winger Weissach-Cottenweiler

       
Das Artenschutzprogramm des LJV

Das Artenschutzprogramm des LJV wurde 2006 erfolgreich gestartet, in diesem Jahr und auch 2008 weitergeführt. Dabei werden artenreiche Einsaatmischungen zur Begrünung von EU-Stilllegungsflächen und anderen, aus der Nutzung genommenen Ackerflächen, den Landwirten kostenlos zur Verfügung gestellt.

Diese Saatgutmischungen bestehen aus ein- und mehrjährigen Pflanzen und haben eine Standzeit von 3 – 5 Jahren. Durch den großen Artenreichtum (über 20 verschiedene Arten) ergibt sich ein buntes Landschaftsbild von großer ökologischer Bedeutung und deckungs- und äsungsreiche Flächen für eine Vielzahl von Tieren. Für den Landwirt, den Imker, den Boden und das Grundwasser ergeben sich viele Vorteile:
Der Landwirt erhält das Saatgut kostenlos und die Flächen bleiben in einem guten landwirtschaftlichen Zustand. Außerdem geht das Programm mit den EU-Vorschriften und mit den Wasserschutzvorschriften konform. Für den Boden ergibt sich eine mehrjährige Bodenruhe, eine Förderung der Humusbildung und ein ausgeglichenes Bodenmikroleben. Die Wasserspeicherfähigkeit wird ebenfalls erhöht, was dann auch dem Grundwasser zu Gute kommt.

Der LJV bezuschusst jede KJV, die am Programm teilnimmt, mit bis zu 500,- Euro, was mit einer Selbstbeteiligung von 50% der Jagdpächter für eine Einsaat von 25 – 30 ha reicht. Einem Jagdpächter entstehen aber nicht mehr Kosten als 20,- Euro pro Hektar. Man braucht etwa 12 – 15 kg/ha.

Der Jagdpächter muss zuerst mit „seinen“ Landwirten reden, ob diese Stilllegungsflächen und/oder freiwillig aus der Nutzung genommene Flächen für eine artenreiche und wildtierfreundliche Nutzung zur Verfügung stellen möchten, ihnen dann das Faltblatt zum Artenschutzprogramm überreichen, das alle nötigen Informationen für den Landwirt und einen Bestellschein enthält (gibt es beim Biotopobmann).
Außerdem erhält der Landwirt eine Vereinbarung mit dem LJV, die ihm die Teilnahme an unserem Programm bescheinigt und ihm als Nachweis bei EU-Kontrollen dient.

Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Jagdpächter und Landwirte an dem Artenschutzprogramm des LJV teilnehmen würden, für das der Ministerpräsident, Herr Günther Oettinger, die Schirmherrschaft übernommen hat.

Bei weiteren Fragen können Sie mich selbstverständlich jederzeit unter Tel. 07193/931796 anrufen.

Dr. Lutz Plasa
Biotopobmann
71570 Oppenweiler/Reichenberg,
Theodor-Hepp-Straße 3

       


 

Mai 2005

Einen beispielhaften Beitrag für die Biotopverbesserung hat Jagdpächter Ewald B. aus Allmersbach a.W. geleistet.

Eine Sturmfläche wurde vom Forstamt von Holz und Wurzeln geräumt und zur Verfügung gestellt.
Circa drei Jahre mühevolle Bodenbearbeitung haben ein vielfältiges Äsungsangebot für Niederwild und Heimat für unzählige Insekten geschaffen. Der Wildacker bietet verschiedenste Futterpflanzen, wie Buchweizen, Sommer- u. Winterraps, diverse Klee- und Kohlarten, die auch im Herbst und Winter noch Deckung und Äsung bieten.

       
       
       
       
       
       
       
       


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